Der Sound meiner Jugend | Joe Jackson (*1954)
1979 wurde Joe Jackson mit “Is She Really Going Out With Him” über Nacht berühmt. Er steht ungern in der Öffentlichkeit, beobachtet lieber als beobachtet zu werden, gibt kaum Interviews, lehnt Einladungen zu Talkshows ab, will kein Star sein, schon gar nicht berühmt aber als Musiker wahrgenommen werden. Mischt souverän Pop, Rock, Swing und Jazz, schrieb Filmmusiken, eine Symphonie und einen Welthit: Steppin’ Out. Für diese Vielseitigkeit lieben ihn seine Fans. 20 Jahre lebte Joe Jackson in New York, 2006 verließ er seine geliebte “Stadt der Außenseiter” und kehrte zurück nach Europa, genauer: Berlin. Die Überregulierung des amerikanischen Lebens, besonders das generelle Rauchverbot, ist ihm unerträglich. Mit seinem Trio spielt er schon seit 35 Jahren. Verstimmte Flügel sind für ihn eine Qual – als Musiker mit absolutem Gehör. Wenn er in Berlin spielt, bucht die Tickets früh, seine Konzerte sind weltweit zumeist ausverkauft!
Ein ehrlicher Liebesbrief | Anton Bruckner (1824 – 1996)
Mögen mir eingefleischte Bruckner-Fans nachsehen, dass ich Euch seinen Liebesbrief vom 16.August 1866 an die Linzer Fleischhauertochter Josefine Lang präsentiere. Einen Brief, wie ihn Komponisten nicht schreiben sollten, wenn sie vorhaben, das Herz einer Frau zu erobern …
“Sehr geehrtes, liebenswürdiges Fräulein!
Nicht als ob ich mich mit einer Ihnen befremdenden Angelegenheit an Sie, verehrtes Fräulein, wenden würde, nein in der Überzeugung, daß Ihnen längst mein zwar stilles, aber beständiges Harren auf Sie bekannt ist, ergreife ich die Feder um Sie zu belästigen. Meine größte und innigste Bitte, die ich hiermit an Sie, Frl. Josefine zu richten wage, ist, Fräulein Josefine wollen mir gütigst offen und aufrichtig ihre letzte und endgültige auch ganz entscheidende Antwort schriftlich zu meiner künftigen Beruhigung mitteilen und zwar über die Frage: Darf ich auf Sie hoffen und bei Ihren lieben Eltern um Ihre Hand werben? oder ist es Ihnen nicht möglich aus Mangel an persönlicher Zuneigung mit mir den ehelichen Schritt zu tun? Fräulein sehen, daß die Frage ganz entscheidend ist, das eine oder andere bitte ich inständigst mir so bald als möglich eben so entschieden, aber gewiß, ebenso entschieden zu schreiben. Bitte, sagen Fräulein Josefine dies Ihren lieben Eltern aber sonst Niemanden (bitte das strengste Geheimnis bewahren zu wollen) und wählen Sie einen aus den zwei vorgelegten zwei Punkten der Frage im Einverständnis mit Ihren lieben Eltern. Mein treuer Freund Ihr Herr Bruder hat bereits mich auf alles vorbereitet und wird auch Sie schon seinem Versprechen gemäß verständigt haben. Nochmal meine Bitte: wollen Fräulein ganz offen und aufrichtig und ganz entschieden schreiben entweder: ich darf um Sie werben, oder gänzliche ewige Absage, (kein Mittelding etwa vertrösten oder umschreiben, da bei mir die höchste Zeit bereits vorhanden ist) (zudem wird sich Ihr Gefühl nicht leicht verändern, weil Fräulein sehr vernüntig sind). Fräulein dürfen die reine Wahrheit mir unbesorgt sagen, weil selbe in jedem Falle mir Beruhigung gewähren wird. Mit Handkuss einer möglichst baldigen entschiedenen Antwort entgegenharrend
Anton Bruckner.
Einen BR-Hörbeitrag zu obigen Liebesbrief findet Ihr hier…
Anton Bruckner war ein sehr erfolgreicher Orgelvirtuose, der Konzertreisen in Europa unternahm. Er komponierte seine erste Sinfonie mit 41 Jahren und konzentrierte sich danach auf sein Schaffen als Komponist. Er war ein glühender Wagner-Verehrer und hatte in Eduard Hanslick, einem seinerzeit wichtigen Musikästheten und -Kritiker, einen entschiedenen Gegner, auch wegen seiner Wagner-Verehrung. Er unterrichtete Gustav Mahler und schuf insgesamt 9 Sinfonien (plus 2 Vorstudien), wobei er den letzten Satz der 9.Sinfonie nicht mehr vollenden konnte. Tief verwurzelt in der Tradition der katholischen Kirche, gilt er nicht nur als einer der großen Sinfoniker sondern schuf zahlreiche religiöse Werke (z.B. 3 Messen, Psalmvertonungen oder Motetten).
Eine Kostprobe seines Schaffens mit Celibidache als Dirigenten …
Singender Buddha am Piano | Glenn Gould (1932 – 1982)
Hier stelle ich Euch einen meiner Lieblingspianisten vor. Glenn Gould sang, wenn er spielte. Buddha, weil…
„Der Zweck der Kunst ist nicht die Auslösung einer kurzzeitigen Adrenalinausschüttung, sondern vielmehr die allmähliche, ein Leben dauernde Schaffung eines Zustandes des Staunens und der Heiterkeit.”
(Glenn Gould 1962, zitiert aus „Glenn Gould – Ein Leben in Bildern”, Nicolai Verlag 2002, Berlin)
Glenn Gould’s Interpretationen galten und gelten immer noch bei vielen Kritikern als zu exzentrisch. Auch eine meiner Klavierlehrerinnen äußerte sich sehr kritisch über meinen jugendlich-linkischen Versuch, Gould’s non-legato Stil zu imitieren. Für mich persönlich ist er einer der genialsten Pianisten gewesen, der mit seinen mitunter eigenwilligen Interpretationen das Klavierspiel des Klassischen Genres revolutioniert hat.
Die englischsprachige, gut recherchierte und sehr sehenswerte fünfteilige TV-Dokumentation beschreibt auf sehr unterhaltsame Art und Weise seine Leben und seine Entwicklung zu einem der berühmtesten Klaviervirtuosen des 20.Jahrhunderts. Zeitzeugen und Menschen, die ihn kannten bzw. nahestanden erzählen ihre Erlebnisse mit Glenn Gould, beschreiben seinen rhythmischen, etwas knochigen und immer sehr klaren Interpretationsstil, der im krassen Gegensatz zum seinerzeit eher romantischen Interpretationsstil seiner Vorgänger und Zeitgenossen stand und daher auch für Furore sorgte.
Weitere Infos über Glenn Gould findet Ihr hier …
Ein Elektroingenieur spielt Klavier | Mr Bean
Hab’ hier was zum Schmunzeln für Euch. Mr Bean lernt Klavierspielen, autodidaktisch versteht sich und weil er an Grenzen stößt, bestellt er einen Klavierlehrer …


hi bastian, habe mir grad das soundlogo für helmholtz angehört. sehr einprägsam, sehr gefällig, sehr schön! hat sich gelohnt. wenn ich lange weile habe, werde ich da mal anrufen und mich in der warteschleife wohlfühlen…
ciao d.